Projekte: kreativ, reaktiv und interaktiv
- habild
- 30. Okt. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Das Leben selbst gestaltend in die Hand nehmen, sich nicht nur als Spielball fühlen. In den öffentlichen Raum gehen. Direkt ins Leben eingreifen, kleine Schraubstellen schöpferisch verändern, und: sich darüber austauschen. Ihr könnt alle mitmachen!
Das soll auf dieser Seite geschehen.
PROJEKT "KINDERBÜCHER" (Frühling 26):
Kreativ: Das Kinderbuch
Reaktiv: Wird die KI bald Kinderbücher verfassen?
Interaktiv: Ihr könnt alle mitmachen.
"Ich möchte behaupten, Kinderbücher haben mich mehr geprägt als jedes Buch danach. Bücher danach haben ausdifferenziert, mir gezielt Antworten auf spezifische Fragen geschaffen, mir neue Atmosphären und Welten eröffnet, Stimmungen für mich geschaffen, die ich mit mir herumgetragen habe…
Aber die Grundlage, sozusagen die Seins-Grundlage und auch das moralisch-ethische Handlungsgrundgerüst, den Wegweiser, wo das Leben langgehen soll und was im Leben wichtig ist, den haben Kinderbücher bei mir gelegt.
Wenn der Philosoph Michael Zichy in seinem Buch „Anderen wichtig sein. Eine Philosophie des Lebenssinns“ als Essenz des Lebens genau dies herausarbeitet, nämlich, dass direkt und analog gelebte Kontakte oder gar Beziehungen die Grundlage für ein gutes Leben bilden, so kann ich nur schmunzeln und denke: Das weiß ich doch seit 50 Jahren.
Nie wieder ist man so plan, so offen, so beschreibbar und bebilderbar wie als Kind. Nie wieder gehen Geschichten so tief, erreichen so viele Nerven, werden von sämtlichen Sinnen so aufgesogen und ergriffen..."
Hier seht ihr die Illustration meines Lieblingskinderbuches, nämlich "Der Apfelbaum" von Mira Lobe. Ich habe versucht, festzuhalten, was dieses Kinderbuch für mich bedeutet und mir mit auf den Weg gegeben hat.

Wer das wie ich tun möchte oder eine Seite zu seinem sie/ihn prägendsten Kinderbuch gestalten möchte, der schicke mir gerne seine von ihr/ihm gestaltete Seite unter chabild@posteo.de. Die schönsten Einsendungen stelle ich dann hier mit aus!
PROJEKT "SCHENKÖKONOMIE" (Sommer 25):
Kreativ: Das Schenken und Geben.
Reaktiv: Die Konsumgesellschaft ist nicht einzudämmen - aber man kann persönliche Strategien erfinden, um mit ihr klarzukommen.
Interaktiv: Wir schenken das Buch übers Schenken weiter.
Ich habe ein schönes kleines Büchlein über die Strategie der Schenkökonomie der Felsenbirne gelesen, der australischen Autorin Robin Wall Kimmerer. Es heißt "Die Großzügigkeit der Felsenbirne"" und stellt die Schönheit des Gabentausches in den Mittelpunkt.

Mir wurde das Glück des Schenkens am Beispiel der Felsenbirne, eine auch bei uns endemisch gewordene Beerenart, völlig neu erklärt:
"Dieser Eimer Felsenbirnen steht für einen hundertfachen Gabentausch, der zu meinen blau gefleckten Fingern führte: die Ahorne, die dem Boden ihre Blätter gegeben haben, die wimmelnden Wirbellosen und Mikroorganismen, die Nährstoffe und Energie ausgetauscht haben, um den Humus herzustellen, in dem ein Felsenbirnensamen wurzeln konnte, der Zedernseidenschwanz, der den Samen fallen ließ, die Sonne, der Regen, die ersten Frühlingsfliegen, die die Blüten bestäubten, und der Landwirt, der zum Spaten gegriffen hat, um die Setzlinge einzupflanzen. Sie alle sind Teil des Gabentauschs, über den alle bekommen, was sie brauchen."
Beim Lesen entwickelte ich die Idee, dass gerade dieses Büchlein sich eignen würde, um verschenkt zu werden, als Gabe. So habe ich nun das von mir gelesene Exemplar mit einem Vorwort versehen und einer Freundin geschenkt, die es dann weiterverschenken soll usw...Die Geschichten, die sich hieraus ergeben, werde ich hier sammeln.

PROJEKT "FARBESSEN MIT FREUNDEN" (seit Jahren):
Kreativ: Essen ist immer kreativ.
Reaktiv: Dem Überfluss des Warenangebotes etwas Entgegensetzen. Ein Kriterium an die Hand bekommen, welches die Auswahl einschränkt.
Interaktiv: Nicht wir entscheiden uns für eine Farbe, sondern unsere Freunde.
Wir laden Freunde ein und sie dürfen sich eine Farbe wünschen. In dieser Farbe kochen wir ein Essen, drei Gänge. Hier gab es Grün:

Vorspeise: Grüne Paprika aus dem Ofen mit Sardellenpaste

Hauptgericht: Spinatsuppe mit Kräuterbutterbaguette

Nachspeise: Pistazieneis mit Kiwisauce
Inspiriert wurde ich dazu von Sophie Calle, einer französischen Konzeptkünstlerin, die zusammen mit Paul Auster die Idee der monochromatischen Diät erfand. Paul Auster erschuf eine fiktive Figur namens Maria, die sich nur nach dieser Diät ernährte, und die Sophie Calle ähneln sollte: Montags durfte sie nur orange essen, dienstags rot, mittwochs weiß, donnerstags grün, freitags wählte sie gelb (das war nicht von P. Auster vorgegeben), samstags rosa - und am Sonntag wurde dann alle Farben auf einmal aufgetischt. Hier ihre Donnerstags-Diät:

Menü: Gurken , Brokkoli, Spinat. Komplementiert mit grünen Basilikumnudeln, Salat aus Kiwi und Weintrauben, Minzwasser



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